ProZinc® 40 IU/ml ad us. vet.[E], Injektionssuspension
Kompendium der
Tierarzneimittel
der Schweiz
 

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

HINWEIS: Exportspezialität (Nur für den Vertrieb im Ausland zugelassen)!

Insulin zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Katzen

ATCvet-Code: QA10AC01

 

Zusammensetzung

Wirkstoff:
Insulinum humanum 40 I.E. (ut insulinum zinci protaminatum)
Hilfsstoffe:
Conserv.: Phenolum 2,81 mg; Zincum (ut Zinci oxidum), Protamini sulfas; Dinatrii phosphas; Glycerolum; Acidum hydrochloricum, Aqua ad iniect. q.s. ad susp. pro 1 ml
 
ProZinc ad us.vet. ist eine Protamin-Zink-Insulin haltige Injektionssuspension mit 40 IE/ml Humaninsulin und liegt als trübe, weisse, wässrige Suspension vor.
Eine I.E. (Internationale Einheit) entspricht 0,035 mg wasserfreiem Humaninsulin.
 

Eigenschaften / Wirkungen

Insulin aktiviert die Insulinrezeptoren und damit eine komplexe zelluläre Signalkaskade, die eine vermehrte Glukoseaufnahme in die Zellen zur Folge hat. Die Hauptwirkungen von Insulin bestehen in einer Senkung des Blutzuckerspiegels und der Speicherung von Fett. Insgesamt ist Insulin an der Steuerung des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels beteiligt.
Unter klinischen Feldbedingungen wurde bei diabetischen Katzen die maximale Wirkung auf den Blutzuckerspiegel (z.B.: Blutglukose - Nadir) nach subkutaner Anwendung nach durchschnittlich 6 Stunden beobachtet. Bei der Mehrheit der Katzen hielt der Blutzucker senkende Effekt für mindestens 9 Stunden nach erster Insulingabe an.
 

Pharmakokinetik

Absorption

Rekombinantes humanes Protamin-Zink-Insulin ist ein Insulin, dessen Resorption und Wirkungseintritt durch den Zusatz von Protamin und Zink verzögert wird, da sich hierdurch Kristalle bilden. Nach subkutaner Injektion bauen proteolytische Gewebsenzyme das Protamin ab und ermöglichen so die Resorption des Insulins. Ausserdem werden die entstandenen hexameren Zink-Insulin-Komplexe in der interstitiellen Flüssigkeit gelöst und abgebaut, so dass es zu einer verzögerten Resorption aus dem subkutanen Depot kommen kann.
 

Verteilung

Nach der Resorption aus dem subkutanen Depot gelangt das Insulin in die Blutbahn und diffundiert in die Gewebe, in denen es an Insulinrezeptoren bindet, die in den meisten Geweben zu finden sind. Zielorgane sind z.B. die Leber, die Muskulatur und das Fettgewebe.
 

Elimination

Leber und Nieren sind die wichtigsten Organe, die Insulin aus der Blutbahn filtern. 40% des Insulins werden durch die Leber und 60% durch die Nieren eliminiert.
 

Indikationen

Behandlung von Diabetes mellitus bei Katzen.
 

Dosierung / Anwendung

Zur Verabreichung muss eine U-40-Spritze verwendet werden.
 
Die empfohlene Anfangsdosis von ProZinc beträgt 0,2 bis 0,4 IE/kg alle 12 Stunden. Bei Katzen, die vorher schon mit Insulin behandelt wurden, kann eine höhere Anfangsdosis von bis zu 0,7 IE/kg angemessen sein.
Die Dosis ist jeweils gleichzeitig mit oder kurz nach dem Füttern zu verabreichen.
ProZinc wird zweimal täglich mittels subkutaner Injektion in den Nacken oder die Seite der Katze verabreicht. Vor jeder Entnahme einer Dosis sollte der Inhalt der ProZinc-Durchstechflasche durch vorsichtiges Rollen gemischt werden. Nach dem leichten Rollen der Flasche erscheint die ProZinc Suspension weiss und trübe.
Im Flaschenhals kann ein weisser Ring erkennbar sein, der die Qualität des Produktes nicht beeinträchtigt. In Insulinsuspensionen können Agglomerate (z.B. Klumpen) entstehen. Das Produkt nicht anwenden, wenn sichtbare Agglomerate auch nach leichtem Rollen immer noch bestehen bleiben.
Eine Kontamination während der Anwendung muss vermieden werden.
Allfällige Dosisanpassungen (z.B. Dosiserhöhung) müssen im Allgemeinen in einem Abstand von mehreren Tagen erfolgen (z.B. 1 Woche) da sich die volle Wirkung von Insulin erst nach einer Phase der Gleichgewichtseinstellung zeigt.
Allenfalls nötige Anpassungen der Insulindosis sollten in der Regel zwischen 0.5 und 1 IE pro Injektion liegen.
Dosisreduktionen aufgrund einer beobachteten Hypoglykämie oder eines vermuteten Somogyi Effekts (Rebound Hyperglykämie) können bei 50% oder mehr liegen.
Der Tierarzt sollte die Katze in angemessenen Abständen untersuchen und die Dosis anpassen, bis eine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreicht ist. Die Beurteilung der Blutzuckereinstellung erfolgt sowohl anhand klinischer Zeichen (z.B. Besserung einer Polyurie oder Polydipsie bzw. kein weiterer Gewichtsverlust) als auch anhand der Blutzuckerkurven (z.B. tiefste Blutzuckerwerte zwischen 80 und 150 mg/dl, was 4,4 bis 8,3 mmol/I entspricht). Auch die Messung der Fruktosamin-Konzentration kann hilfreich sein, da sie den Blutzuckerspiegel der vorangegangenen 1 bis 2 Wochen wiederspiegelt.
Ist eine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreicht, sollte der Blutzuckerspiegel regelmässig (z.B. alle 3 bis 4 Monate oder häufiger) kontrolliert werden. Weitere Anpassungen der Insulindosis können erforderlich sein.
Bei Katzen ist eine Remission des Diabetes möglich. In diesem Fall erholt sich die endogene Insulinproduktion und die exogene Insulinzufuhr muss entsprechend reduziert oder beendet werden.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Darf nicht zur Notfallbehandlung schwerer Fälle diabetischer Ketoazidose angewendet werden.
Darf bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile nicht angewendet werden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Im Falle einer Remission der diabetischen Stoffwechsellage kann es notwendig sein, die Insulindosis zu reduzieren oder die Behandlung zu beenden.
Mit grossem Stress verbundene Ereignisse, die gleichzeitige Behandlung mit Gestagenen oder Kortikosteroiden sowie andere Begleiterkrankungen (z.B. Infektionen, Entzündungen oder endokrine Störungen) können sich auf die Wirksamkeit von Insulin auswirken, so dass die Insulindosis möglichenweise angepasst werden muss.
Nach der Einstellung auf eine bestimmte tägliche Insulindosis wird eine regelmässige Blutzuckerüberwachung empfohlen. Die Behandlung mit Insulin kann zu Hypoglykämie-Episoden führen. Symptome und Behandlung siehe Rubrik "Überdosierung".
 

Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation

Sicherheit und Wirksamkeit von ProZinc bei trächtigen oder laktierenden Zuchtkatzen wurden nicht untersucht.
Grundsätzlich kann sich der Insulinbedarf während der Trächtigkeit und Laktation verändern, weil sich auch der Stoffwechselstatus verändert. Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckers und eine Überwachung durch den Tierarzt ist daher ratsam.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
 
Es liegen Berichte über Hypoglykämie-Episoden vor; diese waren in der Regel von leichter Natur. Hypoglykämie kann sich in zunehmender Ängstlichkeit, instabilen Bewegungsabläufen, Hunger, Muskelzucken, Taumeln oder Einknicken der Hinterbeine und Desorientiertheit manifestieren. Symptomatische Hypoglykämie-Episoden sind zu behandeln wie in der Rubrik "Überdosierung" beschrieben.
Sehr selten wurde über lokale Reaktionen an der Injektionsstelle berichtet; diese klangen ab, ohne dass die Behandlung abgebrochen werden musste.
 

Überdosierung

Eine Überdosis Insulin kann zu einer Hypoglykämie führen, was die sofortige Verabreichung einer Glukoselösung und/oder glukosehaltigen Lebensmittels erfordert.
Hypoglykämie kann sich in zunehmender Ängstlichkeit, instabilen Bewegungsabläufen, Hunger, Muskelzucken, Taumeln oder Einknicken der Hinterbeine und Desorientiertheit manifestieren. Gegebenenfalls ist die sofortige Verabreichung einer Glukoselösung und/oder von Futter erforderlich. Die Insulingabe muss für die Dauer der Behandlung der Hypoglykämie vorübergehend ausgesetzt und die nächste Insulindosis entsprechend angepasst werden. Der Tierhalter soll angewiesen werden, glukosehaltige Produkte (z.B. Honig) im Haushaltsvorrat zu haben.
 

Wechselwirkungen

Der Insulinbedarf kann sich verändern, wenn Substanzen verabreicht werden, die sich auf die Glukosetoleranz auswirken wie z.B. Kortikosteroide und Gestagene. Der Blutzuckerspiegel sollte überwacht und die Insulindosis entsprechend angepasst werden. Ebenso kann die Aufnahme von Futter mit hohem Protein-, aber geringem Kohlenhydratgehalt den Insulinbedarf verändern (so dass z.B. die Insulindosis reduziert werden muss).
 

Sonstige Hinweise

Versehentliche Selbstinjektion kann zu klinischen Symptomen einer Hypoglykämie führen. Bei sensibilisierten Personen besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit allergischer Reaktionen.
Im Falle einer versehentlichen Selbstinjektion ist sofort ärztlicher Rat einzuholen und dem Arzt die Packungsbeilage zu zeigen.
 

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien vorliegen, darf dieses Produkt nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
 

Haltbarkeit

Ungebrauchte und angebrochene Injektionsflaschen aufrecht im Kühlschrank (2°C bis 8°C) lagern. Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbrauchsfrist nach erster Entnahme: 60 Tage.
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
 

Packungen

Nur für den Vertrieb im Ausland bestimmt.

Exportspezialität: Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen!

Abgabekategorie: B

Swissmedic Nr. 63'074

Informationsstand: 11/2015

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
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