Enterisol® Ileitis ad us. vet.
Kompendium der
Tierarzneimittel
der Schweiz
 

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH

Für Schweine; Lyophilisat zur Herstellung einer wässrigen Suspension zur oralen Verabreichung

ATCvet-Code: QI09AE04

 

Zusammensetzung

Lebende, attenuierte Lawsonia intracellularis (MS B3903) Bakterien.
 

Eine Impfdosis (2 ml) enthält nach Auflösung:

Immunologisch wirksamer Bestandteil:
Lawsonia intracellularis:
Minimum:1 × 104,9 TCID50*
Maximum:1 × 106,1 TCID50*
*:Gewebekultur infizierende Dosis (Tissue Culture Infective Dose)
 
Lösungsmittel:
Wasser für Injektionszwecke (ad 2 ml pro Dosis)
 

Indikationen

Zur aktiven Immunisierung von Schweinen ab einem Alter von 3 Wochen. Zur Reduktion der Darmläsionen infolge einer Lawsonia intracellularis Infektion. Zur Verringerung reduzierter Gewichtszunahmen die mit der Erkrankung einhergehen.
Ein Impfschutz besteht spätestens drei Wochen nach der Impfung.
 

Dosierung / Anwendung

Resuspendierung mit dem Lösungsmittel:

Resuspendierung des Impfstoffes durch Zugabe des gesamten Inhalts des beigefügten Lösungsmittels. Gut schütteln und sofort verwenden.
Die Berechnung der Anzahl der Flaschen, die benötigt werden, um alle Schweine zu impfen, erfolgt entsprechend nachfolgender Tabelle.
 
Anzahl der Schweine:ImpfstoffLösungsmittel
1010 Dosen (20 ml Flasche)20 ml
5050 Dosen (100 ml Flasche)100 ml
100100 Dosen (100 ml Flasche)200 ml
 

Impfung durch orale Eingabe:

Orale Verabreichung einer einzelnen Dosis von 2 ml, unabhängig vom Körpergewicht, an Schweine ab einem Alter von drei Wochen.
 

Impfung über das Trinkwasser:

Das System muss gereinigt und gründlich mit sauberem Wasser gespült sein, um Rückstände von Chemotherapeutika, Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln zu vermeiden.
 
Die fertige, den Impfstoff enthaltende Lösung sollte innerhalb von vier Stunden nach Herstellung verbraucht werden.
Verdünnung des Impfstoffes im Trinkwasser auf der Basis einer gemessenen Wasseraufnahme während eines Zeitraumes von vier Stunden am vorhergehenden Tag zur Zeit der geplanten Verabreichung.
 

Zusätzliche Informationen für den Einsatz:

Durch Zugabe von Stabilisatoren wie Magermilchpulver kann die Stabilität des Impfstoffes im Wasser verbessert werden. Die Endkonzentration der Magermilch sollte 2,5 g/l betragen.
Der Stabilisator soll zu diesem Zweck vor Zugabe des Impfstoffes in das Trinkwasser gegeben werden.
 
Auflösen des Impfstoffes:
Bei den 10-Dosen bzw. 50-Dosen Flaschen wird der Impfstoff aufgelöst, indem das Lösungsmittel in die Flasche mit dem gefriergetrockneten Impfstoff verbracht wird. Im Fall der 100-Dosen Flasche wird erst der Impfstoff durch Zugabe eines Teils des Lösungsmittels aufgelöst und anschliessend der gelöste Impfstoff in die Lösungsmittelflasche gegeben.
-Orale Verabreichung per Eingabe:
Es können handelsübliche Applikatoren verwendet werden.
-Orale Verabreichung über den Trog:
Den Trog - gemäss des am Vortag ermittelten Wasserverbrauches innerhalb von 4 Stunden - mit stabilisatorversetztem Wasser füllen. Anschliessend die benötigte Anzahl Impfdosen hinzugeben und durchmischen.
-Orale Verabreichung über einen Vorratsbehälter:
Den Vorratsbehälter - gemäss des am Vortag ermittelten Wasserverbrauches innerhalb von 4 Stunden - mit stabilisatorversetztem Wasser füllen. Anschliessend die benötigte Anzahl Impfdosen hinzugeben und durchmischen (z.B. Umwälzpumpe).
-Orale Verabreichung über eine Dosierpumpe:
Den Vorratsbehälter - gemäss des, am Vortag ermittelten Wasserverbrauches innerhalb von 4 Stunden - mit einer Stammlösung aus stabilisatorversetztem Wasser und der benötigten Anzahl Impfdosen füllen. Achtung, einige Dosierpumpenmodelle sind nicht für den Einsatz von Magermilchpulver geeignet!
 

Impfung über Flüssigfutter:

Das Fütterungssystem und die Mischvorrichtung müssen gereinigt sein, um Rückstände von antimikrobiellen Stoffen, Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln zu vermeiden.
 
Die benötigte Anzahl an Impfstoffflaschen wird entsprechend der oben stehenden Tabelle ermittelt.
 
Die Futtermenge, die die zu impfenden Tiere in weniger als 4 Stunden aufnehmen, muss bestimmt werden. Dies sollte am Vortag der Impfung genau in dem Fütterungszeitraum erfolgen, in dem tags darauf die Impfung geplant ist.
 
Das Flüssigfutter mit Trinkwasser frisch zubereiten. Die Verwendung von fermentiertem Futter oder Futter, das Formaldehyd enthält, wird für die Impfung nicht empfohlen, da die Stabilität des Impfstoffs für diese Futtertypen nicht getestet wurde.
 
Den Impfstoff mit dem mitgelieferten Lösungsmittel rekonstituieren. Den rekonstituierten Impfstoff zum fertig zubereiteten Flüssigfutter geben. Es muss sichergestellt werden, dass der rekonstituierte Impfstoff gleichmässig im Futter verteilt ist.
 
Um die Herstellung einer homogenen Mischung zu erleichtern, kann der rekonstituierte Impfstoff alternativ auch in einem grösseren Volumen weiter verdünnt werden. Dazu den Impfstoff mit frischem Trinkwasser, dem 2,5 g/l Magermilchpulver oder 0,055 g/l Natriumtiosulfat zugesetzt wurde, verdünnen und dann mit dem Flüssigfutter mischen.
 

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen

Der Impfstoff wurde nicht bei Zuchtebern geprüft und darf deshalb nicht bei Zuchtebern eingesetzt werden.
 

Vorsichtsmassnahmen

Nur klinisch gesunde Tiere impfen.
Bei anaphylaktischen Reaktionen wird eine entsprechende symptomatische Behandlung mit Glukokortikoiden, Adrenalin oder Antihistaminika empfohlen.
Bis zu 3 Tage nach der Impfung konnte Lawsonia intracellularis DNA in Kotproben bei mehr als der Hälfte der geimpften Tiere nachgewiesen werden, deshalb kann während dieser Zeitspanne eine Übertragung auf nicht geimpfte Tiere der gleichen Bucht nicht ausgeschlossen werden.
 

Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Person, die das Produkt am Tier anwendet:

Hautkontakt vermeiden. Im Fall eines versehentlichen Hautkontaktes gut mit Seife oder Desinfektionsmittel abwaschen und abspülen.
 

Unerwünschte Wirkungen

VetVigilance: Vaccinovigilance-Meldung erstatten
 
Keine bekannt.
 
Falls Sie unerwünschte Wirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, feststellen, melden Sie diese unter www.vaccinovigilance.ch.
 

Absetzfristen

Keine
 

Wechselwirkungen

Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, dürfen Chemotherapeutika, die gegen Lawsonia spp. wirksam sind, drei Tage vor und nach der Impfung nicht eingesetzt werden. Studien belegen, dass der Impfstoff zeitgleich mit dem Impfstoff Ingelvac Circoflex verwendet werden darf.
Es liegen keine Informationen zur Unschädlichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes bei gleichzeitiger Anwendung eines anderen veterinärmedizinischen Produktes, mit Ausnahme des oben genannten vor.
Ob der Impfstoff vor oder nach Verabreichung eines anderen veterinärmedizinischen Produktes verwendet werden sollte, muss daher fallweise entschieden werden.
 

Sonstige Hinweise

Lagerung

Kühl lagern und transportieren (+2°C - +8°C). Vor Licht und Frost schützen.
Nach der Auflösung sofort verbrauchen. Die Impfung sollte innerhalb von vier Stunden abgeschlossen sein. Der Impfstoff darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
 

Hinweise

Impfstoff für Kinder unzugänglich aufbewahren.
 

Packungen

Impfstofflyophilisat: Flasche zu 10 und 50 Impfdosen: 1; Flasche zu 100 Impfdosen: 1, 12
Impfstofflösungsmittel: Flasche zu 20 ml und 100 ml: 1; Flasche zu 200 ml: 1, 12

Abgabekategorie: B

IVI Nr. 1638

Informationsstand: 05/2017

Dieser Text ist behördlich genehmigt.

 
©2019 - Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie, Winterthurerstrasse 260, 8057 Zürich, Schweiz
Es kann keinerlei Haftung für Ansprüche übernommen werden, die aus dieser Webseite erwachsen könnten.